Wer ist eigentlich die Feuerwehr?

Die Zuständigkeit für das Feuerwehrwesen in Deutschland obliegt der Gesetzgebungskompetenz der Länder. Trotz bundeseinheitlicher Dienstvorschriften und Normen hinsichtlich technischer Ausstattung und Ausbildung, gibt es in der Organisation und Finanzierung viele Unterschiede. Aus diesem Grund ist es quasi unmöglich von der „Feuerwehr in Deutschland“ zu sprechen. Eine besondere Ausnahme bildet die Feuerwehr in Bayern, wo es über den Städten und Landkreisen keine feuerwehrinterne Führungsebene gibt, wie es in den anderen Bundesländern üblich ist. Dachverband für alle Feuerwehren in Deutschland ist der Deutsche Feuerwehrverband (DFV). Deutschlandweit gehören circa 1,34 Millionen Menschen einer Freiwilligen, Jugend-, Berufs- und Werkfeuerwehren an.

 

Geschichte

Die Anfänge des Feuerwehrwesens gehen bis in die Antike zurück. In Deutschland wurden noch vor der Einführung  von Berufsfeuerwehren vor über 150 Jahren die ersten Freiwilligen Feuerwehren aus Bürgerinitiativen gegründet. Eine der ältesten Freiwilligen Feuerwehren auf dem heutigen Gebiet der Bundesrepublik ist die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Saarlouis im Saarland, die im Jahr 1811 von der französischen Regierung gegründet wurde. Im Jahr 1841 folgte die Gründung des Freiwilligen Lösch- und Rettungs-Corps im sächsischen Meißen, aus einer Bürgerinitiative. Die erste militärisch organisierte Berufsfeuerwehr wurde 1851 in Berlin gegründet und unterstand dem königlichen Polizeipräsidium. Zeitgleich trat auch die erste örtliche Verkehrsregelung in Kraft, die der Feuerwehr im Straßenverkehr die  Vorfahrt garantiert. Die Anfänge des Deutschen Feuerwehrverbandes geht auf den Ulmer Feuerwehrkommandanten Conrad Dietrich Magirus zurück, der am 10. Juli 1853 in Plochingen eine Versammlung aller Feuerwehren initiierte, mit dem Ziel einen Verein zu Gründen. Im Nationalsozialismus wurde das Feuerlöschwesen als Feuerschutzpolizei in die Polizei eingegliedert und der Verband musste seine Tätigkeit auf Weisung des Reichsinnenministeriums einstellen. Per Gesetz wurde 1938 die einheitliche Verwendung der Storz-Kupplung für Armaturen und Schläuche eingeführt. In der Nachkriegszeit wurde versucht mit Erlaubnis der Besatzungsmächte den Feuerschutz wieder aufzubauen, doch es fehlte an Material und Geld. Erst nach der Währungsreform erholte sich das Feuerwehrwesen und konnte den flächendeckenden Betrieb wieder aufnehmen. Am 12. Januar 1952 fand in Fulda die Neugründung des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) statt, dem seit Ende 1990 auch die Landesfeuerwehr-Verbände der neuen Bundesländer angehören. Einen interessanten Einblick über die Geschichte der Feuerwehr gibt das Deutsche Feuerwehr-Museum in Fulda.

 

Organisation

Der Zuständigkeitsbereich der deutschen Feuerwehren ist durch die jeweilige Landesgesetzgebung in den entsprechenden Feuerwehr-, Brandschutz- bzw. Hilfeleistungsgesetzen geregelt. Hinzu kommt, dass die Feuerwehr als öffentliche Einrichtung auch im Rahmen der Amtshilfe für andere Behörden tätig werden kann. Die Aufgaben und Tätigkeiten der einzelnen Feuerwehr-Mitglieder in Deutschland sind länderübergreifend in den Feuerwehr-Dienstvorschriften (FwDV) festgelegt. Die Untergliederung der Feuerwehr erfolgt hierbei in folgenden Organisations-Formen. Neben den Freiwilligen Feuerwehren in jeder Gemeinde gibt es zusätzlich dazu in 102 deutschen Städten eine Berufsfeuerwehr und in seltenen Fällen eine Pflichtfeuerwehr. Darüber hinaus werden von großen Betrieben sogenannte Werks- oder Betriebsfeuerwehren unterhalten. Außerdem gibt es noch eine Bundeswehr-Feuerwehr. Die deutschen Feuerwehren organisieren sich in den Feuerwehr-Verbänden der 16 Bundesländer, den Bundesgruppen der Berufsfeuerwehr, Werkfeuerwehr, Jugendfeuerwehr, im Bundesverband der Berufsfeuerwehren der Stationierungsstreitkräfte und dem Verband der Bundesfeuerwehren. Bundesweit gibt es derzeit circa 34.000 Feuerwehrwachen und Gerätehäuser.

 

Deutsche Jugendfeuerwehr

Die Deutsche Jugendfeuerwehr (DJF) wurde am 31. Oktober 1964 in Berlin gegründet und ist die Jugendorganisation des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV). Noch vor der offiziellen Gründung 1964 gab es in Deutschland bereits einzelne Jugend-Feuerwehren wie zum Beispiel die erste im Jahr 1882 auf der Insel Föhr gegründete Jugend-Feuerwehr. Aktuell zählt die Deutsche Jugendfeuerwehr knapp 18.000 Jugendfeuerwehren mit rund 260.000 Mitgliedern. Neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung praktiziert die DJF auch freie Jugendarbeit nach den Richtlinien des Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG). Das Eintrittsalter in die Jugendfeuerwehr variiert, liegt jedoch im Durchschnitt bei 10 Jahren. Die DJF veranstaltet unter anderem Aktionen zu den Themen Umweltschutz sowie Aktionen gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit, die von zahlreichen Veröffentlichungen und Arbeitsheften begleitet werden. Zudem richtet die DJF Wettbewerbe auf Bundesebene aus. Mit dem Lauffeuer besitzt die DJF auch eine eigene Zeitschrift, die 11 Mal im Jahr erscheint.

 

Quelle: retter.tv